Gemeinsam für mehr Lebensmittelsicherheit: RUNWAY digital setzt auf Track and Trace Sensorik

RUNWAY digital nutzt Bosch Track and Trace zur Temperaturmessung und zum Monitoring von Kühlanlagen in Supermärkten, Gastronomie, Hotels und allen relevanten Unternehmen der Lebensmittelindustrie.

Herausforderungen

Supermärkte, Gastronomiebetriebe und Hotels stehen vor einer großen Herausforderung. Gemäß der Lebensmittelhygieneverordnung sind sie verpflichtet, Hygienemaßnahmen, wie konstante Temperaturen im Kühlprozess, einzuhalten und zu dokumentieren. In vielen Betrieben findet diese Dokumentation noch manuell statt und ist dadurch fehleranfällig und zeitaufwändig. Funktionieren Kühlgeräte nicht richtig oder fallen unbemerkt aus, entstehen den Unternehmen hohe Kosten. Gelangen verdorbene Lebensmittel in den Verkauf, kann es schlimmstenfalls zu gesundheitlichen Problemen bei Konsumenten und Konflikten mit dem Gesundheitsamt kommen.

Lösung

Das Start-up RUNWAY digital ist mit „HACCP24“, eine Kooperation eingegengen, die die Einhaltung von Temperaturen und Hygienemaßnahmen dokumentiert. Dieses System bietet nicht nur eine bessere Übersicht und eleminiert den Papieraufwand, sondern ermöglicht dank Sensortechnik von Bosch Track and Trace eine kontinuierliche Überwachung der Tiefkühltruhen, Bedientheken, Buffets, Kühlschränken und Kühlzellen in den Betrieben. Die Sensoren übermitteln Daten über Bluetooth an ein nahegelegenes Gateway, das die Daten über das Mobilfunknetz in die Cloud und dann direkt an „HACCP24“ liefert. Die Informationen werden sowohl für die Mitarbeitenden in den Supermärkten, Hotels und Restaurants sichtbar, als auch rechtssicher gespeichert. Eine Abweichung der Temperatur aus dem erwarteten Intervall wird direkt an die Mitarbeitenden weitergeleitet, die den Fehler beheben und so ein Verderben von Lebensmitteln verhindern können. Auch temporäre Ausfälle von Kühlgeräten werden zeitnah ersichtlich und können bereits vor einem Komplettausfall behoben werden.

Vorteile

Die Lösung von Bosch Track and Trace bietet dank Plug-and-Play Konzept eine unkomplizierte Installation und die Datenübermittlung via Mobilfunk. Sie benötigt keinen Zugriff auf die heterogene, und ggf. instabile WLAN-Landschaft der verschiedenen Kunden. Sensoren und Gateways von Bosch Track und Trace überzeugen in der Anwendung durch ihre hohe Zuverlässigkeit. Die Bluetooth® Low Energy Technologie stellt sicher, dass die Datenübertragung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist – gerade bei Lebensmittelsicherheit ein wichtiger Aspekt. Dank Plug-and-Play Konzept können Betriebe Sensoren und Gateways auch selbst installieren und so Kosten sowie Zeit sparen. Die Inbetriebnahme vor Ort dauert nur wenige Stunden.

"Ein großer Vorteil von Track and Trace ist, dass unsere Kunden sowohl Temperatursensoren als auch Gateways mühelos selbst installieren können. Damit entfallen die Kosten für den Vorort-Besuch eines Technikers und die Betriebe können sofort mit dem Monitoring ihrer Kühltheken beginnen."
Oliver Krause Managing Director RUNWAY digital

Lebensmittelsicherheit im Fokus

Nicht nur Tiefkühl-Fisch, frisches Hackfleisch oder geschnittenes Obst sind auf ihrem Weg zu den Endverbraucherinnen und -verbrauchern durch äußere Einflüsse wie Temperaturschwankungen gefährdet. Die Lebensmittelhygieneverordnung regelt europaweit, welche Hygienemaßnahmen Betriebe einhalten müssen, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor verdorbenen Lebensmitteln zu schützen. Gleichzeitig stellt sie mit der konstanten Dokumentations- und Temperaturmesspflicht die Betriebe vor große Herausforderungen. Das gilt besonders für Kühlgeräte: Ohne eine digitale Anwendung müssen Mitarbeitende täglich an allen Kühl- und Gefriereinheiten die Temperatur messen und sie dokumentieren. Diese Daten müssen rückwirkend für mehrere Jahre vorliegen, um sie bei einer Kontrolle des Gesundheitsamts vorweisen zu können. Auch für den reibungslosen Betrieb ist eine akkurate Messung wichtig: Wird eine Abweichung festgestellt, aber nicht weitergegeben, kann es zu Schwankungen in der Kühlkette und Ausfällen von Kühleinheiten kommen. Besonders bei Lebensmitteln ist die schnelle Korrektur wichtig, da die Ware sonst entsorgt werden muss. Die Temperatursensoren von Track and Trace leiten Abweichungen zeitnah an das „HACCP24“ System weiter und verkürzen so den Informationsweg. Somit werden nicht nur Endverbraucherinnen und -verbraucher vor dem Kauf von eventuell verdorbenen Lebensmitteln bewahrt, sondern auch der Informationsweg verkürzt und Kosten eingespart.

 

„HACCP24“ koordiniert mit Hilfe von individuellen Checklisten die Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Mitarbeitende können auch beschädigte Lieferungen und andere Auffälligkeiten dokumentieren und melden. Zudem werden alle Daten rechtssicher gespeichert und können entweder direkt oder über Reports an Gesundheitsämter weitergegeben werden.

 

Zuverlässige Temperaturmessung dank Track and Trace

Besonders die kontinuierliche Temperaturkontrolle ist eine wichtige Maßnahme, um die Einhaltung der Kühlkette zu garantieren und nachweisen zu können. Bereits vor sechs Jahren erkannte RUNWAY digital das Potenzial der Temperatursensorik in diesen Branchen und testete Anwendungen mit externen Partnern. Meist entstanden bei der Datenübermittlung Probleme, da viele Sensoren ihre Daten via Wlan senden, dieses jedoch immer noch nicht überall flächendeckend eingesetzt wird. Auch die Verlässlichkeit der getesteten Systeme war nicht zufriedenstellend. Zusätzlich stellte sich die Installation bei vielen der Alternativanbieter als aufwendig heraus.

Vor knapp 2 Jahren startete dann die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen und die Sensoren und Gateways des Tracking-Spezialisten erwiesen sich als perfekte Option für „HACCP24“. „Die Temperatursensorik von Track and Trace sendet Daten via Bluetooth und Mobilfunk in unser System und arbeitet deshalb sehr zuverlässig“, erklärt Oliver Krause. „Dass Kundinnen und Kunden sowohl Temperatursensoren als auch Gateways selbst installieren können, ist ebenfalls ein großer Vorteil.“ Die Sensoren von Track and Trace lassen sich einfach in der Kühleinheit befestigen. Nach der Installation senden sie Temperaturdaten an ein nahgelegenes Gateway.

Vollautomatische Datensicherung und Analysemöglichkeiten

Heute ist die vollautomatische Temperaturmessung ein wesentlicher Bestandteil von „HACCP24“. Zudem können Betriebe, die bereits die App für ihr Hygienemanagement nutzen, die Temperatursensoren bequem in ihren Betrieb integrieren. Die Sensoren übermitteln nicht nur automatisch ihre Daten, das System erkennt zudem Abweichungen von einem individuell festgelegten Temperaturbereich. In diesem Fall werden die Verantwortlichen per Alarm informiert. Auf einem Cloudserver werden alle Temperaturdaten über Jahre hinweg gespeichert und lassen sich bei Kontrollen des Gesundheitsamts abrufen. Alternativ können Betriebe den zuständigen Mitarbeitenden des Gesundheitsamts Zugang zu dem System gewähren. Dieser kann so Daten direkt abrufen, ganz ohne Besuch vor Ort. „Ein vollautomatisches System wie ‚HACCP24‘ spart Betrieben Zeit und eliminiert händische Messfehler“, führt Oliver Krause aus. „Zum anderen gibt es unseren Kundinnen und Kunden die Sicherheit, im Falle einer Kontrolle einfach die Daten abrufen und präsentieren zu können. Dieses System spart nicht nur Zeit, sondern ist auch deutlich verlässlicher.“

 

Die in der App gespeicherten Daten werden nach Bedarf ausgewertet und in einem Dashboard übersichtlich dargestellt. Diese Analysen sind besonders für Betriebe mit verschiedenen Standorten interessant. Sie können die Ergebnisse der Hygienemaßnahmen sowie die Temperaturen der Kühlgeräte in unterschiedlichen Filialen vergleichen – und Best Practices eines Standorts an andere weitergeben.

 

Alle Funktionen der App inklusive der Analysen werden an die individuellen Anforderungen angepasst. „Zusammen mit Neukunden gehen wir verschiedene Fragen durch: Wie viele Kontrollpunkte braucht es? Wie viele Mitarbeitende nutzen das System? Wie sehen die Produktions- oder Lagerketten aus? Bei der Umsetzung kommen uns die Erfahrungen von Bosch aus anderen Projekten zugute“, erklärt Oliver Krause. RUNWAY digital arbeitet aktuell an einer standortübergreifenden Predictive Maintenance-Option. Diese kann auf Basis historischer Daten voraussagen, bei welchen Kühlgeräten bald eine Wartung durchgeführt werden sollte, um Ausfällen vorzubeugen.

Potenzial für neue Anwendungen

Das System „HACCP24“ von RUNWAY digital kommt im Bereich Kühltechnik für Lebensmittel neben Einzelhandelsgeschäften auch in der Gastronomie und in Hotels zum Einsatz. Auch in Regierungseinrichtungen wie dem Bundespräsidialamt wird die Lösung verwendet. Damit ist ihr Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft. „Aktuell arbeiten wir an der Möglichkeit, die Temperaturen in heißen Umgebungen wie industriellen Spülmaschinen zu messen und auszuwerten“, erklärt Oliver Krause. „Wir freuen uns, für solche Projekte einen innovationsstarken Partner wie Bosch an der Seite zu haben.“ Für das Projekt testet Track and Trace Temperatursensoren mit einem hitze- und feuchtigkeitsresistenten Verbindungskabel.

 

Auch Stefan Müller, Global Senior Project Manager Track and Trace, gefällt die kreative Zusammenarbeit: „Das gemeinsame Projekt mit RUNWAY digital bietet uns ein spannendes Anwendungsgebiet abseits der Logistik. Gemeinsam mit RUNWAY digital können wir das Potenzial der Temperaturmessung unserer Sensoren erweitern und vielfältigere Lösungen anbieten.“